Lesen macht stark - Programm in Stadtbüchereien in Schleswig-Holstein

Lesen macht stark - Programm der Stadt-/Schulbüchereien

Das Projekt: "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien"

Im Rahmen des Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" haben sich auch einige Stadt- und Schulbüchereien in Schleswig-Holstein beworben und bieten im Projekt "Lesen macht stark" verschiedene spannende Veranstaltungen an.

Bibliotheken und andere Einrichtungen der kulturellen Bildung sind im Rahmen von "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" aufgerufen in ihren Städten und Gemeinden Bündnisse zu initiieren, die sich der Durchführung der Angebote widmen und gemeinsam Freude am Lesen vermitteln.

Alle Angebote von "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" sollen lokal und von mindestens drei Institutionen gemeinsam umgesetzt werden. Unterstützt werden diese Bündnisse von Ehrenamtlichen, die zur Leseförderung mit digitalen Medien bundesweit kostenlos qualifiziert werden. Ziel ist dabei die nachhaltige Vernetzung der Akteure vor Ort und die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements für eine bessere Bildung.

Kinder und Jugendliche wachsen in einer konvergenten Medienwelt auf. Dabei spielen klassische Medien ebenso eine große Rolle wie die noch jungen digitalen Angebote. Häufig werden Inhalte cross-medial genutzt und bearbeitet. Voraussetzung für diese Form der Mediennutzung ist immer die Fähigkeit zu lesen und sich mediale Inhalte durch Lesekompetenz zu erschließen.

Mit "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" möchte der dbv:

  • Freude am Lesen vermitteln
  • Lese-, Informations- und Medienkompetenz vertiefen
  • Bildungschancen verbessern
  • Nachhaltige Vernetzung der Akteure vor Ort befördern
  • Zivilgesellschaftliches Engagement für Bildung stärken

Mit fünf altersgerechten Maßnahmen fördert das Projekt die Lesefähigkeit der Zielgruppen (bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche von 3 – 5 Jahren, 6 – 8 Jahren, 9 – 12 Jahren, 13 – 15 Jahren und 16 – 18 Jahren). Ausgangspunkt ist dabei immer eine gelesene Geschichte. Durch den Einsatz digitaler Medien wird das Leseerlebnis vertieft, geteilt und kreativ weiterentwickelt.

Zur Durchführung der Maßnahmen werden Ehrenamtliche gewonnen, teilweise unterstützt durch Autoren und pädagogische Fachkräfte. Die Ehrenamtlichen werden durch eine entsprechende Qualifizierung auf ihre jeweiligen Aufgaben vorbereitet. Die Stiftung Digitale Chancen hat dafür ein Curriculum entwickelt und und bietet kostenlose Schulungen im gesamten Bundesgebiet an.

Kompetenzen bündeln, Synergien nutzen und so Nachhaltigkeit schaffen: Um die außerschulische kulturelle Bildungsarbeit auf lokaler Ebene zu stärken, werden alle Maßnahmen im Verbund von mindestens drei Institutionen umgesetzt. Diese bilden gemeinsam ein Bündnis, das sich für mindestens zwei Jahre zur Zusammenarbeit verpflichtet und bereit ist, die ausgewählte Maßnahme pro Jahr mindestens einmal durchzuführen.

Aufgerufen sind Einrichtungen, wie z.B. Bibliotheken, Kitas, Schulen oder Einrichtungen der beruflichen Bildung sowie Vereine, Jugendeinrichtungen oder -verbände, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Migrantenorganisationen, kirchliche Institutionen oder Buchhandlungen. Auch Ehrenamtliche werden ausdrücklich zur Unterstützung aufgerufen.

Weitere Informationen:

Broschüre zum bundesweiten Programm "Lesen macht stark"

Flyer zum Programm "Lesen macht stark"

Wir möchten an dieser Stelle zum einen die Veranstaltungsformate, aber auch die einzelnen Stadt- und Schulbüchereien, die hierzulande zu dem Projekt gestalten vorstellen:

Die Veranstaltungsformate:

"Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder"

Geschichten vorlesen und mit digitalen Medien kreativ weiterführen (für 3- bis 5-Jährige) 

Inhalt: Durchführung von Bilderbuchkino, Erforschen der Bibliothek und von Büchern mit TING- oder tiptoi-Stiften:

Zu Beginn wird eine „Bilderbuchkino“-Veranstaltung mit dem Bilderbuch „Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“, begleitet durch Ehrenamtliche, z. B. in der Bibliothek oder in einer Kindertageseinrichtung durchgeführt. Das Bilderbuchkino zu „Pippilothek???“ wird auf der Projektinternetseite www.lesen-digitale-medien.de kostenlos für den nicht-kommerziellen Gebrauch zum Download zur Verfügung gestellt. Beim Bilderbuchkino wird das Bilderbuch als digitales Bildmaterial über einen Beamer für alle während des Vorlesens sichtbar. Anschließend soll den Kindern ermöglicht werden,  z. B. durch Basteln oder Malen zu der Geschichte (z. B. Fingerpuppen, Tiermasken) das Erlebte zu verstehen und zu verarbeiten und sich dadurch weiter mit der Handlung des Buches zu beschäftigen. Das im deutschsprachigen Raum einzigartige Bilderbuch „Pippilothek???“  führt Kinder spielerisch an die Welt der Bibliothek und den Wert des Lesens heran. Die Institution Bibliothek, die in bildungsbenachteiligten Haushalten kaum eine Rolle spielt, wird so mit der Lebenswelt des Kindes verbunden. 

Bei dem zweiten Termin wird die Geschichte weitergeführt, z. B. indem die Kinder in der Bibliothek als wissbegierige „Füchse“ von der „Maus“ empfangen werden. Wie der Fuchs aus der Geschichte können sie auf die Suche nach altersgerechten Büchern in der Bibliothek ausschwärmen und diese anschließend mit Hilfe von digitalen TING- oder tiptoi-Stiften erforschen, wodurch sie neue Einblicke in die Bücher erhalten und erste Erfahrungen im eigenständigen Umgang  mit digitalen Medien sammeln.

Für die Durchführung werden mehrere thematisch frei zu wählende TING- oder tiptoi-fähige Bilderbücher für verschiedene Altersstufen ausgesucht. Mit den Stiften werden Texte und Bilder in den Büchern hörbar gemacht, da sie die Texte vorlesen und mit Geräuschen und Musik untermalen. So können sich auch Kinder, die noch nicht über Lesefähigkeiten verfügen, den Inhalt über die Bilder hinaus erschließen. Die Kombination aus Lesen und Hören ermöglicht den Kindern, die Aussprache unbekannter Wörter zu erlernen und kann so die Sprachförderung insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund unterstützen.

Ziele: Heranführung von Vorschulkindern an die Welt der Bibliothek und den Wert des Lesens, Förderung des selbstständigen Umgangs mit Neuen Medien und Vermittlung von Freude am Umgang mit Büchern.

Dauer und Frequenz bzw. Formate: Erster Termin in der Bibliothek oder in der Kita im Umfang von etwa 1,5 Stunden; zweiter Termin in der Bibliothek im Umfang von etwa 1,5 Stunden oder beide Termine in der Bibliothek, jeweils im Umfang bis zu je 1,5 Stunden.

Teilnehmerstruktur: 3- bis 5-Jährige (und deren Erziehungsverantwortliche).

 

"Fotostory 2.0 - Fotografiere deine Geschichte"

Mit dem Tablet PC kreativ das Leseerlebnis erweitern und mit anderen teilen (für 9- bis 12-Jährige)

Inhalt: Durchführung von Kursen zur Förderung eines kreativen Umgangs mit Geschichten mit Hilfe von Tablet PCs: Zu Beginn wird gemeinsam eine (Kurz-) Geschichte (vor-) gelesen, die eine für die Kinder und Jugendlichen positiv besetzte Heldenfigur zum Thema hat. Beispielsweise kann gemeinsam mit einer/m Vertreterin/Vertreter einer Einrichtung (z. B. Feuerwehr, Polizei, Reitstall), die/der Bezug zum Inhalt der ausgewählten (Kurz-) Geschichte hat, die Geschichte gelesen werden. Dies kann entweder in der Bibliothek oder im Sinne der aufsuchenden Bibliotheksarbeit an einem zur Handlung passenden Ort stattfinden. . Anschließend erhalten die Kinder und Jugendlichen Gelegenheit, sich über die Geschichte auszutauschen und z. B. die eingeladene Person zum Thema zu befragen. Nach der Beschäftigung mit der (Kurz-) Geschichte entwickeln die Kinder und Jugendlichen eine erste Idee für eine eigene thematisch damit verknüpfte Geschichte, die sie als Fotostory umsetzen möchten und halten diese in einem Storyboard fest.

Die Umsetzung der Fotostory auf  Basis des Storyboards erfolgt in einem nächsten Schritt. Die Geschichte wird fotografisch dokumentiert und anschließend selbst gestaltet. Je nach Gruppengröße können Positionen wie Regie, Kamera, Fotomodel und Bildbearbeitung besetzt werden. Hierbei bietet es sich z. B. an, Interviews durchzuführen, bei denen die Teilnehmenden untereinander ihre Vorlieben und Interessen erfragen, um diese für die erfolgreiche Gestaltung des Projektes einzusetzen. Findet ein Lokaltermin in einer Einrichtung statt, werden die Kinder und Jugendlichen von Ehrenamtlichen begleitet; die Mediengestaltung wird von Ehrenamtlichen betreut und erfolgt unter Verwendung von mobilen Endgeräten, beispielsweise Tablet PCs. Am Ende können die Kinder und Jugendlichen ihre Fotostory z. B. bei einer Abschlusspräsentation, einer Ausstellung etc. ihren Eltern und Freunden präsentieren.

Ziele: Förderung der Lese- und Erzählfähigkeit, Verarbeitung des Leseerlebnisses durch kreative Mediengestaltung in einem anderen Format, Anregung zur Reflexion des eigenen Mediennutzungsverhaltens.

Dauer und Frequenz bzw. Formate: Drei Termine im Umfang von bis zu je 3 Stunden oder Ferienkurs.

Teilnehmerstruktur: 9- bis 12-Jährige.

 

Beteiligte Büchereien in Schleswig-Holstein:

Stadt- und Schulbücherei Lauenburg/Elbe

Stadtbücherei Bad Segeberg  

Stadtbücherei Kiel

Stadtbücherei Wedel

Stadtbücherei Flensburg

Stadtbücherei Plön

 

IQSH - Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein

"Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark - Grundschulen" in Schleswig-Holstein

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) entwickelt Material zur Diagnostik und Förderung von Lesekompetenz in der Grundschule. Ab dem Schuljahr 2013 wurden die Materialien an zunächst 10 Pilotschulen und im darauf folgenden Schuljahr an 100 Grundschulen in Schleswig-Holstein eingesetzt.

Im Schuljahr 2013/14 startete das Projekt zur Diagnose und Förderung schriftsprachlicher Kompetenzen im Anfangsunterricht „Niemanden zurücklassen – Lesen macht stark Grundschule“ mit einer Pilotierung an 10 Schulen. Mit Beginn des Schuljahres 2014/15 wurde das vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig Holstein koordinierte Projekt in 100 Schulen im ersten Schuljahr gestartet und es wird 2015/16 in Klasse 2 fortgesetzt werden.

Zum Schuljahr 2015/16 wird das Projekt auf weitere Schulen ausgeweitet.

Die Zielsetzungen des Projekts LMS - Grundschule sind

- das frühzeitige Erkennen der Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb

- die Ableitung individueller Förderung, basierend auf den diagnostischen Erkenntnissen

- die Dokumentation der Lernentwicklung für Elternarbeit und Förderplanarbeit mit Fachkräften

- die Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten

Hierzu wurde ein lehrwerksunabhängiges Konzept mit mehreren Meilensteinen entwickelt:

In Zusammenarbeit mit dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, dem Leibnitz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel und mit dem Cornelsen-Verlag wurde ein zweigliedriges Arbeitsmaterial aus Schüler- und Lehrerheft entwickelt, das Diagnose- und Förderaufgaben enthält.

Die beteiligten Lehrkräfte werden in regelmäßigen regionalen Fortbildungsveranstaltungen auf die Durchführung der einzelnen Meilensteine vorbereitet, die daraus abgeleiteten Fördermaßnahmen werden thematisiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch Prof. Becker-Mrotzek und das Team des Mercator-Instituts der Universität zu Köln, die Pilotierung und Evaluation leiten Prof. Dr. Olaf Köller (IPN, ehemals IQB) und Dr. Gesa Ramm (IQSH).

Die Leitung und Steuerung des Projekts "Niemanden zurücklassen" erfolgt unter der Federführung von Dr. Thomas Riecke-Baulecke (Direktor des IQSH) durch das Projektleitungsteam im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (Petra Fojut, Abteilungsleiterin der Abteilung Fort- und Weiterbildung; Gabriela Schneider-Strenge, Projektkoordinatorin der Säule "Lesen macht stark"; Birgit Marth, Sachbearbeiterin). 

Weitergehende Informationen zum Projekt.

Beispiel: Alexander-Behm-Schule in Tarp

 

In Zusammenarbeit mit:

Logo des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein

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